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Dark and Light: Anspiel-Test – So spielt sich das Survival-MMO im EA

Als kleine Geschichtsstunde: Dark and Light wurde 2006 zum ersten Mal veröffentlicht, stellte damals ein recht klassisches MMORPG dar und kam bei den Fans weniger gut an. Schon 2008 wurden die Server offline genommen. Snail Games kaufte die Lizenz und entwickelte ein neues Onlinespiel, das aber den bekannten Namen nutzt. Das klassische MMO-Gameplay ist einem Survival-Spiel gewichen und erinnert stark an ARK Survival Evolved und Conan Exiles.

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Technisch unausgereift

Zum Start der Early Access hagelte es zunächst Kritik – und das nicht zu unrecht. Denn die erste Version des MMORPGs war technisch unausgereift.

Das bemerkte man schon bei der Erschaffung des Charakters. Grafikfehler sorgten für extrem lange Arme, die Farben stimmten nicht, teilweise fehlten Texturen. Dennoch schaffte ich es, einen Menschen zu erstellen, der dann in einer Stadt materialisierte. Ihm gegenüber stand ein Händler ohne Unterleib.

Flackernde Texturen und ständig verschwindende und plötzlich wieder auftauchende Vegetation trugen nicht gerade zu einem guten ersten Eindruck bei. Die Technik wurde inzwischen etwas verbessert, stellt aber noch immer nicht das Gelbe vom Ei dar.

Auch die Performance war, gelinde gesagt, unterirdisch. Selbst mit mittleren Details wollte die fps-Zahl nicht über 30 hinaus gehen und das bei einem PC mit 32 GB RAM und einer Geforce GTX 1080 Ti. Die Ladezeiten, bis das Spiel dann endlich mal startet, waren – und sind es noch immer – extrem lang. Im Steam-Forum berichteten manche Spieler von etwa 20 Minuten. Ganz so lange war es bei mir dank M.2 Festplatte nicht, aber noch immer lang genug, um mir einen Kaffee zu holen.

Ich startete auf einem der öffentlichen Server, die zu Beginn seltsamerweise nur aus PvP-Servern bestanden. PvE-Welten kamen erst später hinzu. Trotz eigentlich guter Ping-Zahl von unter 100 kämpfte ich mit Aussetzern, Lag und wurde ständig getötet, obwohl ich nicht mal erkennen konnte, von wem oder was. Also wechselte ich spaßeshalber in den Single-Player-Modus. Hier gab es zwar keine Lags, die Performance war aber trotzdem nicht berauschend.



Ressourcen-Abbau, Crafting, Kämpfe – das kennen wir schon

Also folgte ich dem Tutorial, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Denn die nette Tutorial-Dame spulte ihre Texte in verwirrender Reihenfolge ab. Beispielsweise stellte sie sich erst nach der fünften Quest vor und tat so, als würden wir uns zum ersten Mal sehen.

Auch die Tutorial-Beschreibungen halfen nicht wirklich dabei, herauszufinden, was man tun sollte, denn hier standen noch kryptische Platzhalter-Texte. Dennoch schaffte ich es, die ersten Rohstoffe mit meinen bloßen Händen abzubauen, was die Büsche wie wild durch die Gegend fließen ließ. So erntete ich Beeren, Holz und Grasfasern sowie Steine.

Daraus baute ich mir meine erste Axt zusammen, um noch effektiver Ressourcen abbauen zu können und gegen Angriffe von Monstern gefeit zu sein. All das erinnert stark an ARK oder Conan Exiles.

Immer, wenn man ein Tutorial erledigt hat, wird ein neues Rezept freigeschaltet, welches neue Items oder auch Zaubersprüche verspricht. Anschließend macht man sich auf, diese Rohstoffe abzubauen und craftet dann das Item. Zwischendurch isst man Beeren oder Äpfel, um sowohl den Hunger als auch den Durst zu bekämpfen.

Jeder kann in Dark and Light zaubern. Und zwar stellt man sich einen Stab her, den man dann mit einem Zauber belegt. Beispielsweise, um Rohstoffe schneller abzubauen oder um Feuerbälle zu schleudern. Das verbraucht aber Zauberenergie, die man wieder auffrischt, indem man Blütenblätter verspeist. Während ich zu Beginn nur in einer zerschlissenen Hose und einem leichten Hemd durch die Gegend stiefelte, konnte ich mir später eine Lederrüstung bauen. Rohstoffe oder Items, die man nicht mehr braucht, verkauft man übrigens in der Stadt.


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Ein optisch ansprechendes Gruppenspiel

Dark and Light wird aus der Verfolgersicht gespielt, eine Möglichkeit, in die Egosicht zu wechseln, gibt es nicht. Optisch zeigt sich das Spiel durchwachsen. Viele Gebiete wie Wälder oder Städte sehen aus der Ferne beeindruckend aus. Doch aus der Nähe fallen immer wieder aufploppende Vegetation und die wenig beeindruckenden Lichteffekte auf. Selbst bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang entsteht keine wirklich beeindruckende Atmosphäre.

Je weiter ihr euch ins Landesinnere wagt, desto gefährlicher wird es. Zum einen, weil überall finstere Kreaturen lauern, die euch zu Beginn mit einem Schlag aus den Latschen hauen. Hier solltet ihr euch erst gut aufleveln, viele Skills wie Nahkampf oder Verteidigung lernen und besonders auch auf gute Ausrüstung wert legen. Zum anderen ist es in der Wildnis dann gefährlich, wenn ihr euch auf einem PvP-Server befindet. Denn dann greifen euch andere Spieler unvermittelt an, wenn ihr euch nicht im Schutz einer Stadt befindet und NPC-Wachen zur Hilfe eilen können.

Ein Levelaufstieg beschert euch frei nutzbare Punkte für die Attribute. Skills steigern sich durch Nutzung automatisch. Aber auch hier gibt es noch Probleme, da ihr nie wisst, wodurch sich ein Skill steigert. Denn hier sind noch Platzhalter-Texte vorhanden – genau wie bei der Beschreibung von Items.

Interessant ist das Zähmen von Monstern. Mit dem entsprechenden Zauberspruch könnt ihr euch so Pets und Mounts zulegen. Sogar Drachen dürft ihr zähmen, was mit bisher aber noch nicht gelungen ist. Mit den richtigen Personen macht das Erkunden der großen Welt aber durchaus Spaß und man hat in der Gruppe auch deutlich bessere Überlebenschancen. Allerdings ist die Zahl der Spieler pro Server auf 100 begrenzt, weswegen man nicht alle Nase lang auf andere Spieler trifft.


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Andreas, von mein-mmo, meint:

Dark and Light hat noch einen langen Weg vor sich. Technisch ist es alles andere als ausgereift. Vom Gameplay her bekommen Fans von ARK oder Conan Exiles gewohnte Kost. Es wurde viel über Dark and Light gemeckert, doch die Spielerzahlen über Steamcharts zeigen, dass das RPG offenbar doch recht gut ankommt. Mein Eindruck ist, dass es als Survival-Spiel durchaus taugt. Es macht Spaß und wer nicht wirklich etwas deutlich anderes als ARK oder Conan Exiles erwartet, der kann eine gute Zeit in der Fantasywelt verbringen.


Quelle: mein-mmo.de

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