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Review-Bombe! Darum hassen Steam-User plötzlich PUBG

Eigentlich ist PlayerUnknown’s Battlegrounds der Liebling der Spieler auf Steam und Twitch. Nur durch dieses dynamische Duo war der Erfolg des Senkrechtstarters möglich.

  • Über Steam kann PUBG weltweit vertrieben werden, ohne dafür klassische Strukturen zu benötigen – PUBG hat keinen Publisher mit weltweiten Vertriebsstrukturen, braucht den aber auch nicht, weil’s ja Steam gibt.
  • Über Twitch wird das Spiel gestreamt und damit beworben. Da spart man sich das Marketing und die Werbung.

Die Leute schauen PUBG auf Twitch, werden neugierig auf das Spiel, lesen dann die positive Steam-Bewertungen und holen sich PUBG. Dann schreiben sie im besten Fall selbst eine positive Bewertung. Win-Win eigentlich.

Dieser Kreislauf hat PUBG in schwindelerregende Höhen geführt.

Review-Bombe für PUBG – 10-mal mehr negative Reviews als sonst

Lange Zeit ging das auch gut – aber aktuell erlebt PUBG eine Flut von negativen Bewertungen auf Steam. Der Daumen geht nach unten. Seit Ende September hat sich die Anzahl der täglichen negativen Reviews etwa verzehnfacht. Kamen sonst ungefähr 400 negative Reviews am Tag, sind es jetzt schon mal 5000.


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Was ist da passiert?


Offenbar kommt der Unmut aus China. Dort nervt die Spieler seit einem neuen Patch, dass sie sich nicht mehr so mit den Servern verbinden können wie früher. Chinesische Spieler müssen das jetzt über den Umweg von VPN machen – ein virtuelles Netzwerk.

Jetzt setzte der koreanische Entwickler Bluehole dem Problem noch die Krone auf. Man machte in PUBG selbst Werbung für einen „Beschleunigungs-VPN“-Service eines Drittanbieters. Dieser Service sollt die Verbindungsqualität zu den internationalen Servern erhöhen.

Wenn Ihr keinen Lag wollt, nutzt doch dieses Tool

Die chinesischen Spieler sind gleich aus zwei Gründen tierisch sauer darüber:

  • Einmal finden sie, dass es bei einem Titel, der Geld kostet, keine Ingame-Werbung geben sollte, PUBG ist immerhin kein Free2Play-Spiel. Und nur in F2P-Spielen kennt man solche “Ingame-Werbung.” In Spielen, die etwas kosten, ist das eigentlich Tabu.
  • Und zum anderen denken sie, dass sich Bluehole verdammt noch um die Lag-Probleme kümmern sollte, statt ein kostenpflichtiges Tool anzubieten – die Chinesen fühlen sich “diskriminiert” und an einen “Dritten” verkauft.

Und da sie sich nicht gehört fühlen, nutzen sie die negativen Reviews auf Steam, um Druck auf Entwickler Bluehole auszuüben.

Steam-Reviews als Waffe der Spieler

Die Flut von negativen Reviews aus China hat übrigens Gegenreaktion ausgelöst. Einen Tag, nachdem die Flut der negativen Bewertungen begann, ist auch die Zahl der positiven Bewertungen auf Steam gestiegen. Kamen sonst etwa 1000 positive Reviews am Tag, sind es etwa doppelt so viele.


Steam hat mit diesen sogenannten „Review Bombs“ schon länger zu kämpfen. Jetzt gibt man eine Warnmeldungen aus und sagt: „Wir verzeichnen einen Trend mit einem hohen Aufkommen von negativen Wertungen, Ihr könnt das auch ausblenden.“


Schon in der Vergangenheit hatten Spieler immer wieder negative Steam-Reviews genutzt, um Druck auf einen Entwickler auszuüben. Das hat auch durchaus Wirkung gezeigt.


Quelle: mein-mmo.de

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